Wissensnutzung aus Engineeringartefakten in Anlagen der Prozessindustrie

  Wissensnutzung aus Engineeringartefakten in Anlagen der Prozessindustrie Urheberrecht: © PLT Generieren von PLT-Applikationen

In der Supply-Chain produzierender Unternehmen in der Prozessindustrie ist die eigentliche Produktion auf einer Anlage der hauptwertschöpfende Prozessschritt. Im Lifecycle einer Anlage laufen vor der Produktion die Phasen: Produkt- und Prozessentwicklung, Engineering, Anlagenaufbau und Inbetriebnahme ab. Die Dauer dieser Phasen hat meist großen Einfluss auf die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten. PLT-Projekte laufen parallel dazu und betreffen Teile der Phasen: Prozessentwicklung, Engineering, Anlagenaufbau und Inbetriebnahme.

PLT-Projekte bieten dementsprechend Möglichkeit zur Realisierung von Effizienzsteigerungen. Betrachtet man die Ablaufschritte von PLT-Projekten nach Namur Arbeitsblatt NA 35: Anforderungen, Konzept, Basic-Engineering, Detail-Engineering, Konstruktion & Inbetriebnahme fällt auf, dass in den ersten Schritten diverse Anforderungen und Rahmenbedingungen abgesteckt werden und diverse Engineeringartefakte wie R&I Fließbilder, Verbraucherlisten, PLT-Stellenlisten, FUBs, C&E Matrizen, Simulationsmodelle, etc. erzeugt und zusammengetragen werden. Trotz dieser breiten Wissensbasis werden in späteren Schritten die eigentlichen Abläufe und Konfigurationen im PLS größtenteils händisch implementiert. Teile dieser Implementierungen betreffen die Realisierung von Prozessverriegelungen.

Das nötige Wissen um diese zu großen Teilen automatisch zu erzeugen, lässt sich auch aus den diversen Engineeringartefakten generieren. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die benötigten Informationen semantisch annotiert in wohl-definierten Datenformaten maschinenlesbar zur Verfügung stehen.

Im Rahmen meiner Forschung beschäftige ich mich damit, wie die Informationen bereitgestellt werden müssen, wie man aus diesen Informationen das nötige Wissen generiert und wie man automatisiert Prozessverriegelungen generiert. Dabei soll eine herstellerunabhängige Typicalbibliothek erstellt werden, die alle typischen Prozessverriegelungen abdeckt und es ermöglicht, auch Konfigurationen wie Sensorauswahl, Messwertfilterung, etc. vorzunehmen.